Wem KI reicht, dem ist die Marke egal

Warum braucht es trotz KI noch professionelle Texter? Die KI gibt die Antwort.

Der «Ermeth» (Bild) war einer der ersten europäischen Computer. Er wurde ab 1948 von der ETH Zürich entwickelt und beanspruchte eine Fläche von 50 Quadratmetern. Das Rechenwerk bestand aus 1500 Elektronenröhren. Der Arbeitsspeicher – eine Magnettrommel (rechts im Bild) – wog 1,5 Tonnen. Dennoch war die Rechenkapazität so gering, das der Computer nicht einmal die Datenmenge eines heutigen Ferienfotos hätte speichern können.

Vom Ur-Computer zur «künstlichen Intelligenz»
Anders als zur Zeit der Computer-Dinosaurier verläuft die Entwicklung der Informatik heute in Millisekunden. Spannend ist besonders die künstliche Intelligenz (KI), zum Beispiel die Chatbots (der Wortteil bot steht für software robot). Chatbots sind Programme, die einen menschlichen Informationsaustausch simulieren: Der Nutzer stellt dem Chatbot eine Frage zu einem beliebigem Thema oder gibt dem Rotober einen Auftrag. Der Chatbot liefert blitzschnell einen Text ab.

Ergänzung, nicht Ersatz
Die Fähigkeiten von Textrobotern sind verblüffend. Warum also braucht es im Zeitalter von künstlicher Intelligenz immer noch Texter? Fragen wir doch einfach die KI selbst. ChatGPT sagt zu diesem Thema: «Trotz (oder gerade wegen) KI gibt es starke Gründe, warum professionelle Texter weiterhin unverzichtbar sind.» Die einzelnen Argumente von ChatGPT im Wortlaut:

Strategisches Denken statt nur Textproduktion

Texter entwickeln Botschaften aus Zielen, Zielgruppen, Markenpositionierung und Marktumfeld heraus. KI schreibt, aber sie denkt keine Kommunikationsstrategie.

Echtes Zielgruppenverständnis
Profis verstehen zwischen den Zeilen: Ängste, Wünsche, Kaufmotive, kulturelle Codes. KI erkennt Muster – aber keine echten menschlichen Spannungen.

Markenstimme & Tonalität

Eine Marke klingt nicht ‘okay’, sondern eindeutig wiedererkennbar. Texter halten Ton, Haltung und Charakter konsistent – über Jahre und Kanäle hinweg.

Kreativität jenseits von Mustern
KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten aus Vergangenem. Gute Texter schaffen neue Ideen, überraschende Perspektiven und mutige Brüche, die es so noch nicht gab.

Emotionale Tiefe & Empathie

Menschen reagieren auf echte Emotionen, Nuancen und Timing. Texter spüren, wann Zurückhaltung stärker wirkt als Lautstärke – und umgekehrt.

Verantwortung & Kontextsensibilität

Profis wissen, was man wann sagen darf – rechtlich, gesellschaftlich, politisch. KI kann unangemessene oder riskante Aussagen produzieren, ohne es zu merken.

Qualitätskontrolle & Feingefühl

Ein einzelnes Wort kann Vertrauen schaffen oder zerstören. Texter feilen, kürzen, schärfen – KI liefert oft Masse statt Präzision.

Beratung & Sparringspartner

Texter hinterfragen Briefings, stellen kluge Fragen und sagen auch mal: «Das funktioniert so nicht.» KI widerspricht nicht – sie liefert einfach ab.

Storytelling mit Sinn
Gute Geschichten brauchen Dramaturgie, Haltung und Relevanz. Texter bauen Narrative, die Marken langfristig aufladen, nicht nur kurzfristig performen.

KI braucht Führung
Die besten KI-Texte entstehen durch exzellente Prompts, Bewertung und Überarbeitung. Profis sind die, die KI sinnvoll steuern, veredeln und verantworten.

Wie bereits gesagt, stammen diese Antworten von der KI selbst. Es gibt weitere Argumente für den Einsatz professioneller Texter. Beispielsweise zeigt meine Erfahrung, dass die Qualität der KI-Antworten schwankt. Oftmals sind die Antworten hilfreich, manchmal jedoch nur oberflächlich oder sogar komplett falsch. Texter übernehmen die Antworten der KI deshalb nicht ungeprüft.

Markenpflege oder Zufallsergebnis
Der zentrale Vorteil von KI: Textroboter können Informationen unendlich viel schneller aufbereiten als ein Mensch. Doch damit endet die Arbeit eines Textprofis nicht – sie beginnt erst. Denn es geht nicht darum, in Rekordzeit Textspalten abzufüllen, sondern Kunden bei der Positionierung des Unternehmens und bei der Markenpflege zu begleiten.

Foto: ETH-Bibliothek Zürich

Details

Kategorie

Internet Text

Stichwörter

,

Datum

Autor